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Dienstag, 18. März 2008
1. Kapitel
gutelaunemensch, 23:46h
Ein kalter Lufthauch zog durch die Stadt und zauberte Beren ein Lächeln ins Gesicht. Vor einer Woche hatte er sein Elternhaus verlassen und hauste nun in einem Zimmer bei einem Elfen namens Aêron. Der Elf im mittleren Alter hatte sich auf den Handel mit Stoffen spezialisiert. Bei ihm hatte Beren eine Anstellung gefunden, um sich etwas Silber zu verdienen. Beren träumte von seinem eigenen Geschäft. Er wollte Früchte und Kräuter verkaufen, ihm fehlte aber noch das Startkapital.
Nun saß er auf dem Dach des Hauses, in dem er wohnte, und freute sich an der Aussicht und der Ruhe. Die magisch betriebenen Lampen spendeten ein schönes Licht und gaben der Stadt diesen Glanz. Menschen waren dazu nicht in der Lage. Selbst die Kirin Tor in Dalaran konnten ihrer Stadt nicht diese Pracht verleihen, wie es die Hochelfen taten. Beren sah in eine gute Zukunft. Er begann zu träumen und genoss es. In teuren Gewändern würde er durch die Straßen gehen. Ein hoch angesehener Elf, von jedem bewundert, vielleicht sogar verehrt. Die Zeit verflog und er zog sich zurück. Am nächsten Tag war er früh auf den Beinen. Er brauchte nicht viel Schlaf, also machte er sich an das Tagewerk. Eine Lieferung aus Thelsamar war eingetroffen und die Zwerge wollten rasch weiter. Beren kontrollierte die Lieferung, wie er es immer tat. Diese Arbeit machte er schon lange und Aêron traute ihm. Leise vor sich hinpfeifend prüfte er die Wolle. Er nickte zufrieden. „Was gebt Ihr Euren Schafen? Die Wolle ist so schön fest, kratzt aber nicht,“ fragte er auf thalassisch. Einer der Zwerge, vom Aussehen her wohl der Älteste, aber wer konnte das schon beurteilen, antwortete, ebenfalls in der Sprache der Elfen, dafür etwas gebrochen, „Wat denksten? Die bekomm' Eisenspäne un Moos zum Fressen. Dat eine macht se fest un dat andere kuschlig.“ Die Zwerge lachten herzhaft. Beren grinste nur, nickte dann und ging in den Laden. „16 Kisten, hmmm... ich geb euch 80 Silberstücke dafür.“ Beren lächelte. Das Lachen der Zwerge erstarb wie auf Kommando. „Hör ma, dat Zeuch is mindestens 150 Silberstücke wert. Feinste Ware,“ antwortete der Zwerg, der vorher schon gesprochen hatte, und griff in eine Kiste, aus der er als Beweis einen Stoffballen herausholte. Beren nickte, denn mit solch einer Reaktion hatte er gerechnet. Im Kopf überschlug er schnell, wie viel sich wohl mit dieser Lieferung verdienen lassen könnte. Dann überlegte er, wie hoch er mit dem Preis gehen konnte, ohne Verluste zu machen. Alles in allem durfte es ihn, bzw. Aêron, denn für ihn handelte er hier, nicht mehr als 120 Silberstücke kosten. Aber damit würde er keinen Gewinn machen. Er war Geschäftsmann und das bedeutete für ihn, dass er mit allen Mitteln versuchen würde, möglichst wenig zu zahlen. Mit einem ernsten Gesicht schaute er zu den Zwergen, seufzte etwas und musterte erneut die Ware. "Werter Herr Zwerg, für welchen Preis soll ich die Ware denn verkaufen? Wenn ich Euch 150 Silberstücke gebe, dann kann ich mein Geschäft schließen. Dann seid Ihr mich als guten Kunden los. Wollt Ihr das? Ich gebe Euch nicht 80, sondern 100 Silberstücke. Aber mehr kann ich Euch nicht bieten." Weiterhin ernst beobachtete Beren die Reaktionen und die Mimik seines Gegenübers. "Dat solch dir glauben? Die Ware könnt nen Gnomenkind annen Mann bringen und würde dabei nen gutes Geschäft machn. Verkauft sich doch von selbst, dat Zeuch. Im Ernst, dat kannste uns doch net antun. Machen nen so weiten Wech un dann willste uns unter Wert abspeisn. 100 Silberstücke san einfach ze wenich." Diesmal war es der Zwerg, der sein Gegenüber genau beobachtete. Die tief in den Höhlen sitzenden Augen verrieten aber nichts. Völlig ruhig stand der Elf da. ... link (0 Kommentare) ... comment |
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Letzte Aktualisierung: 2009.12.30, 02:09 status
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