| Von Kopf bis Fuß |
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Dienstag, 25. März 2008
2. Kapitel
gutelaunemensch, 00:16h
Ernst blickte Beren seinen Arbeitgeber an, welcher sich vor lachen beinahe nicht mehr einbekam. Aêron war ein seltsamer Elf. Gerade sein Aussehen war ungewöhnlich. Sein Haar war weiß, das Gesicht ansich freundlich, wenn ein Betrachter sich nicht an seinem rechten Auge stören würde. Dieses fehlte, darum trug der Elf eine Augenklappe. Seine Kleidung war bereits abgetragen und Beren fragte sich, ob dieses Geschäft auch schon so gut lief, bevor er bei Aêron begonnen hatte zu arbeiten. Wahrscheinlich nicht, wenn er sich so umsah. Sie waren in der Wohnung des Älteren und tranken einen guten thalassischen Wein, da sie den Wochenabschluß erstaunlich gut hinbekommen hatte. Dies war auch dem Handel mit den Zwergen aus Thelsamar zu verdanken, was Beren gemeistert hatte.
Nun saßen sie in einem kleinen Raum hinter dem Laden an einem Tisch. Dieser war genau in der Mitte aufgestellt und hatte die Form einer Niere. Rechts von Beren war ein Fenster, dunkel verhangen drang das Licht der magischen Lampen von der Straße kaum herein. An der Wand gegenüber von ihm sah Beren einige Regale mit verschiedenem Krimskrams und Büchern. Einige Souveniers, so vermutete er, die sein Gegenüber wohl von weiten Reisen mitgebracht hatte. Fasziniert betrachtete der junge Elf eine Krähe, die ausgestopft auf einer Seite des Regals stand, flankiert von mehreren schwarzen Büchern. Der Kerzenschein reichte nicht ganz bis zu den Buchrücken, so dass er nicht erkennen konnte, welche Titel die Bücher hatten. Aêron bemerkte den interessierten Blick Berens und folgte ihm. „Ah, ja... eine schöne Sammlung habe ich da, nicht? Das meiste habe ich aus dem Süden mitgebracht. Kennt Ihr das Schlingendorntal? Ein unfreundliches Land. Aber genug, wo waren wir?“ „Die Planung für die kommende Woche. Die Vorräte an Seide gehen langsam zuneige.“, entgegnete ihm Beren, der sich wieder seinem Gegenüber zuwendete. „Ich erwarte in den nächsten Tagen eine Lieferung aus Lordaeron. Mittwoch oder Donnerstag, denke ich. Da sollte genug dabei sein. Aber das wirst du allein entgegen nehmen müssen. Ist doch kein Problem, oder?“ Aêron lächelte, was aber eher wie eine groteske Maske wirkte. „Warum sollte es ein Problem sein? Was habt Ihr denn vor?“ fragte Beren, eher aus Höflichkeit, denn aus Interesse. Er konnte sich schon denken, was sein Gegenüber plante. Ausschweifende Gelage und billige Huren. Aber das war ja seine eigene Sache. Aêron schmunzelte süffisant. „Ich werde sehen, ob ich neue Quellen erschließen kann. Quel'talas ist von Arroganten und Hochnäßigen bewohnt, aber ein paar haben wirklich Geld. Und dort gibt es günstig Magiestoff, der es tatsächlich wert ist, dass ich mich mal dort umsehe.“ Beren grinste etwas, denn genau eine solche Antwort hatte er erwartet. Für ihn stand fest, dass er möglichst schnell sein eigenes Geschäft aufbauen würde. Er lehnte sich zurück und ließ seinen Blick wieder durch den Raum schweifen, wobei er plötzlich stockte. Die Krähe schaute ihn nun an. Ganz sicher, hatte sie den Kopf gewendet. Oder war es Einbildung? Hatte sie schon die ganze Zeit den Kopf in seine Richtung gedreht? Der Wein war Schuld, ganz sicher. Soetwas gab es nicht, dass ein totes Tier einfach den Kopf drehte. Er schaute sich den restlichen Raum an und entdeckte jede Menge Gerümpel, einen Holzwürfel, Bücher, alte und neuere Regale, Kleider und alte Waffen, aber nichts, was sein Interesse weckte. Die beiden unterhielten sich den restlichen Abend, während Aêron tief in die Karaffe schaute, über Belanglosigkeiten. Vorallem an Menschen und Zwergen ließ er kein gutes Haar. Beren hörte zu und zog daraus seine eigenen Schlüsse. Einige Zeit später verlies Beren seinen Boss und legte sich schlafen. ... link (0 Kommentare) ... comment ... older stories
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Letzte Aktualisierung: 2009.12.30, 02:09 status
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